Nächstes Konzert

Freitag, 09.12.2016, 20:00 Uhr Tollwood, Weltsalon

https://www.tollwood.de/veranstaltungen/2016/mmjo/

Portrait

Das munich modern jazz orchestra hat sich dem modernen Big Band Jazz von Hard- und Postbop bis zu zeitgenössischen Titeln verschrieben. Darunter finden sich Eigenkompositionen, aber auch klassisches Repertoire von Jazzgrößen wie Charles Mingus, Gil Evans, Herbie Hancock, Oliver Nelson, Vince Mendoza, Maria Schneider und weiteren. Hier wechseln lyrische Themen und großartige Soundsheets mit extremer Hardbop-Power à la Don Menza oder Art Blakey. Die komplexe Metrik der Kompositionen von Hank Levy und Don Ellis wird in selten gespielten Arrangements zu neuem Leben wiedererweckt.

Es versteht sich von selbst, dass dieses exzellente Repertoire nur von sehr engagierten Musikern bewältigt werden kann. Der Zuhörer darf interessante Konzerte erwarten, die ihn in ein Spannungsfeld zwischen allen musikalischen Extremen des modernen Bigband-Jazz führen.

Hinter dem musikalischen Konzept stehen zwei Bandleader, der Münchner Pianist und Komponist Stefan Radtke und der Tenorsaxophonist Klaus Nachtweyh.

Mit seiner Konzeption füllt das munich modern jazz orchestra eine bisher weitgehend unbesetzte Nische in der Münchner Jazzszene.

Projekte

Hommage an den Schöpfer des "Tango Nuevo" Astor Piazolla

Das mmjo spielt in einem aktuellen Projekt Arrangements ausgewählter Kompositionen des berühmten Schöpfers des "Tango Nuevo" Astor Piazolla. Piazzolla erhob den argentinischen Tango zu einem festen Bestandteil in der Welt der Kunstmusik. Statt die vorhersehbaren rhythmischen Muster, das vertraute harmonische Vokabular und die einfachen Formen des traditionellen Tango zu verbinden, belebte Piazzolla die Form mit Einflüssen aus Klassik und Jazz.

1954 ging Piazzolla nach Paris, um bei Nadia Boulanger Komposition zu studieren. Beim ersten Vorspielen verschwieg er, dass er Tangos gespielt und komponiert hatte. Piazzolla erklärte seine Gründe so: In Wahrheit schämte ich mich, ihr zu sagen, dass ich Tangomusiker war, dass ich in Bordellen und Kabaretts von Buenos Aires gearbeitet hatte. Tangomusiker war ein schmutziges Wort im Argentinien meiner Jugend. Es war die Unterwelt. Boulanger entdeckte beim Durchsehen von Piazzollas Partituren Einflüsse von Ravel, Strawinsky, Bartók und Hindemith, vermisste jedoch eine individuelle Handschrift und bat Piazzolla, einen Tango auf dem Klavier zu spielen. Hinterher sagte sie Piazzolla deutlich die Meinung: Du Idiot! Merkst Du nicht, dass dies der echte Piazzolla ist, nicht jener andere? Du kannst die gesamte andere Musik fortschmeißen!